Neubau des Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) ist zu groß und zu teuer

Der Neubau des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) ist in einer punktgenauen Landung zum Schulbeginn (fast) fertig geworden. Der Schulleiter Eidenschink, wehrte sich aber offensichtlich bis zuletzt gegen den frühzeitigen Einzug in den Neubau, da bis zum Abend vor dem ersten Schultag noch nicht feststand, ob der Schulbetrieb im Neubau oder in den Container startet. Letztendlich ist dies aber nur eine Episode am Rande. Da für die Zweckverbandsvorsitzende aus politischen Gründen nicht in Betracht kam, den Einzug um ein paar Wochen (z.B. nach den Herbstferien) zu verschieben, müssen die Schüler die Fertigstellung des Gymnasiums während Schulbetriebes ertragen.

Viel dramatischer ist, dass sich der Neubau des WHG zum finanziellen Desaster für die Stadt Garching entwickeln kann. Nach der Kostenschätzungen von 2009 i.H.v. 41,5 Mio. € belaufen sich die Gesamtkosten für den Neubau nach dem derzeitige Iststand auf 52,9 Mio. € mit steigender Tendenz. Dies bedeutet eine Kostenmehrung von knapp 30% = 12 Mio. €. Es sei angemerkt, dass der Stadtrat nie über Sanierung oder Neubau entschieden hat. Die Sanierungskosten einschließlich Erweiterung und Turnhallenneubau wurden in der Sitzung des Zweckverbandes vom 20.09.2008 mit ca. 32 Mio. € beziffert. Die Entscheidung über den Neubau wurde schließlich vom Zweckverband am 09.12.2008 getroffen. In zwei sehr turbulenten Stadtratssitzungen am 04.12.2008 und am 21.01.2009 beschloss der Stadtrat mehrheitlich, das Werner-Heisenberg-Gymnasium am bestehenden Standort neu zu errichten, ggf. auch Teile des Bestandes zu erhalten.

Der dann begonnene Wettlauf um einen möglichen Neubau des WHG entlang der S8 und die Engstirnigkeit und Intoleranz der Bürgermeister der einzelnen Zweckverbandsgemeinden ist eines der traurigsten Kapitel der Nordallianz. Es ist daher unbedingt erforderlich, das Verhältnis unter den Nordallianzgemeinden zu verbessern und wieder zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu kommen. Ich begrüße den Neubau des Gymnasium in Ismaning und erwarte durch ein Gymnasium mit neusprachlichem und wirtschaftlichem Zweig eine Bereicherung der Schullandschaft im Münchner Norden. Zwischenzeitlich ist auch politisch entschieden, dass ein weiteres Gymnasium in Unterföhring entstehen soll.

Fakt ist nun, dass der Neubau des Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching zu groß und zu teuer ist. Mit einer Kostensteigerung von 30% von ursprünglich veranschlagten Baukosten in Höhe von 41,5 Mio. € auf 52,9 Mio. € und einem prognostizierten Rückgang der Schülerzahl von 1200 auf ca. 600 Schüler ist Garching ein Eintrag im Schwarzbuch der Steuerverschwender sicher. Da die Endabrechnung für den Neubau des WHG voraussichtlich erst 2018/19 erfolgt, ist mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen (Meine Prognose: 60 Mio. € und damit einer Kostensteigerung von knapp 50% gegenüber der Kostenschätzung von 2009!). Zudem kommen auf Garching weitere Kosten durch den Neubau eines Gymnasiums in Ismaning und ggf. später in Unterföhring zu. Entweder treten die anderen Zweckverbandsgemeinden aus dem gemeinsamen Zweckverband WHG aus oder Garching beteiligt sich an einem gemeinsamen großen Zweckverband und damit am Bau der Gymnasien in Ismaning und ggf. später in Unterföhring. Auf Grund dieses Umstandes nannte die Stadtverwaltung in der Stadtratssitzung vom 27.09.2012 moderat geschätzte Mehrkosten von 14 Mio. €, welche nach der gegenwärtigen Haushaltslage der Stadt Garching aber nicht zu finanzieren seien.

In Zukunft muss daher der Neubau und die Sanierung von städtischen Gebäuden mit mehr Augenmaß und äußerster Kostendisziplin angegangen werden.

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