Wirtschaft und Forschung

Ausblick

War Garching einst Spitzenreiter im Gewerbesteueraufkommen bei vergleichbaren Gemeinden im Münchner Umland, so sind wir jetzt eher im vorderen Mittelfeld. Während sich unsere Nachbargemeinden im Umkreis rechtzeitig auf die veränderte Nachfrage nach Gewerbestandorten (Hi-Tech, Medien, Versicherungen) mit vergleichsweise geringem Flächenverbrauch aber qualitätsvoller Infrastruktur und Umgebung einstellten, verschlief Garching lange diese Entwicklung. Auch die auf dem Forschungsgelände in den letzten Jahren vorgenommen Ausweitungen und Veränderungen erfolgten, ohne dass die Stadt durch aktive Strukturpolitik die damit gegebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten und Synergieeffekte nutzte oder auf eine entsprechende infrastrukturelle Ausstattung drängte.

Aber wir dürfen uns Universitätsstadt nennen.

Dabei hat die Stadt Garching mit dem Forschungsgelände und der TU, dem Gründerzentrum, zwei Autobahnanschlüssen, der U-Bahn, hervorragende Voraussetzungen und günstig erschließbare Freiflächen. In der Mitte zwischen Flughafen und Zentrum der Landeshauptstadt günstig gelegen, hat Garching unter vergleichbaren Konkurrenten ganz eindeutig Standortvorteile für die Ansiedlung hochwertigen Gewerbes, das sichere, zukunftsfähige und umweltfreundliche Arbeitsplätze schafft, und nicht nur für Logistikparks: Diese Verteiler von Waren mittels LKW verursachen in unserem Gewerbegebiet den meisten Verkehr, sind nicht arbeitsplatzintensiv und erbringen obendrein vergleichsweise geringe Gewerbesteuereinnahmen.

Um die durch den U-Bahnbau, die anteilige Mitfinanzierung des U-Bahnbetriebskosten-defizits, den Bau der Umgehungsstraße und die Beteiligung an der Geothermie stark eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Stadt über ein höheres Steueraufkommen zu verbessern, besteht dringender Handlungsbedarf zur nachhaltigen und massiven Stärkung der Wirtschaftskraft Garchings. Denn nur dann können die mit einer zunehmenden Einwohnerzahl notwendigen und erwünschten Infrastruktureinrichtungen ( z.B. Kindergärten, Schulen, Sporthallen usw. ) auch finanziert werden.

Ziele

  • Umsetzung des Flächennutzungsplans für Hochbrück zur modernen Strukturierung, städtebaulichen Aufwertung und Durchgrünung des Gewerbegebiets; dadurch Steigerung der Attraktivität.
  • Aktives Standortmarketing unter Ausspielung harter und weicher Standortfaktoren.
  • Erhöhung der Finanzkraft in den nächsten 10/15 Jahren durch Ansiedlung von hochwertigem Gewerbe und Unternehmen des tertiären Sektors.
  • Ausbau der „Zentralen Mitte“ mit einem vielfältigen Nutzungskonzept und zur Verbesserung der Infrastruktur
  • Räumliches und funktionales Zusammenwachsen, sowie Verbesserung der Kommunikation und Kooperation von Stadt und Hochschul- und Forschungsgelände.
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, TU, Gründerzentrum, Wirtschaft und Verwaltung.
  • Förderung innovativer Wirtschaftszweige in den Bereichen Forschung/Entwicklung, Wissensproduktion und Wissenstransfer, Umwelttechnologie und Hi-Tech-Produktion.
  • Ausweisung entsprechender Flächen mit optimaler Verkehrsanbindung zur BAB.
  • Vermeiden der Abhängigkeit von einem Investor.
  • Förderung von Klein- und Mittelbetrieben in Handwerk und Gewerbe sowie innovativen Existenzgründern bei Ansiedlung und Erweiterung.
  • Stärkung der Wirtschaftskraft im Ortszentrum durch City-Management und Erweiterung der Fußgängerzone zwischen Bürgerplatz und Maibaumplatz.
  • Umstrukturierung des Postgut-Grundstücks und Förderung eines attraktiven Magneten mit Einzelhandelsflächen, Büros und Arztpraxen.

Maßnahmen

  • Erarbeitung eines Image-Konzepts für Garching als attraktiver Wirtschaftsstandort; Aufbau und Pflege wirtschaftlicher Kontakte; entsprechende Präsentation bei Messen und im Internet.
  • Umstrukturierung des Gewerbegebiets in Hochbrück in Hinblick auf umweltfreundliche Bestandssicherung ansässiger Betriebe und kompaktere Nutzung freiwerdender Flächen
  • Verbesserung der Infrastruktur auf dem Hochschul- und Forschungsgelände durch vielfältige Nutzungsangebote.
  • Mischfinanzierung von Infrastruktureinrichtungen durch Public-Privat-Partnership (PPP) und dadurch Kostensenkung.
  • Aktive Grundstückspolitik durch Grundstückserwerb, Grundstücksvergabe und Baurechtsgestaltung.
  • Sicherung von Handwerker- und Gewerbehöfen bei Neuausweisung oder Umstrukturierung.
  • Wohnungen für Gastwissenschaftler im Bereich der Kommunikationszone und Verbesserung der Infrastrukturausstattung auf dem Campus.
  • Errichtung eines Wirtschaftsforums zur Beratung des Stadtrats, bestehend aus
    – Wirtschaftsvertretern aus dem Gewerbegebiet Hochbrück,
    – Forschervertretern aus dem Forschungsgelände (TU, Institute),
    – Vertreter Gründerzentrum und Vertreter
    – Garchinger Gewerbeverband …
    um den Dialog zwischen Bürgern, Verwaltung, Stadtrat, Wirtschaft und Forschung zu stärken.

 

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