Die Energiewende in Garching ist unumkehrbar
– es gibt viel zu tun

Die Online-Liveveranstaltung vom 26.04.2013 mit Sepp Euringer (Kaminkehrer, Energieberater und Stadtrat), Dr. Wolfgang Ochs (Physiker und Mitgründer der Agenda21) und Norbert Fröhler (Stadtrat) ergab, dass die Energiewende in Garching unumkehrbar ist Zur Verwirklichung ist aber noch viel zu tun. Das Leitbild der Stadt Garching sieht bis zum Jahr 2021 vor, dass das Siedlungs- und Gewerbegebiete der Stadt sich aus heimischen regenerativen Energiequellen versorgt. Das Wissenschafts- und Forschungsgelände soll bis zum Jahr 2025 mit erneuerbaren Energien versorgt werden.

Die Stadt Garching hat im Jahre 2009 Studien in Auftrag gegeben, welche die Datengrundlage für den Strom- und Wärmebedarf in Garching ermittelten.

Beim Wärmebedarf in Garching wurde auch eine Prognose für den Verbrauch in den Jahren 2020 und 2030 abgegeben, welche mögliche Energieeinsparungseffekte wiederspiegelt.

2009 2020 2030
Garching Siedlungsgebiet 149 GWh/a 142 GWh/a 86 GWh/a
Hochbrück 11 GWh/a 10 GWh/a 7 GWh/a
Dirnismaning 4,5 GWh/a 4,3 GWh/a 2,3 GWh/a
Gewerbegebiet 45 GWh/a 65 GWh/a 65 GWh/a
Neubaugebiete 14 GWh/a 14 GWh/a
Forschungscampus 69 GWh/a 69 GWh/a 69 GWh/a
Gesamt 278 GWh/a 293 GWh/a 233 GWh/a

Nach Auffassung von Energieberater Sepp Euringer sind aber durchaus auch größere Ernergiereinsparungen im Gewerbegebiet und Forschungscampus denkbar und zu erwarten.

Der Stromverbrauch in Garching im Jahre 2009 betrug in Garching nach den Daten von E.ON 193 GWh/a. Die Aufteilung des Verbrauchs auf Garching (24 GWh/a), Hochbrück (24 GWh/a) und Forschungscampus (143 GWh/a) wurde von der Agenda21 nach Auskunft von Dr. Wolfgang Ochs geschätzt. Klar ist auf jeden Fall, dass der Forschungscampus ein vielfaches an Strom in Garching verbraucht und einen gewissen Sondereffekt ist.

In der Klimaschutzkonferenz 2009 wurden die regenerative Potentiale für Garching wie folgt ermittelt:

Regenerative Potentiale für Wärmeverbrauch:

Biomasse 110 GWh/a 39,6%
Geothermie 60 GWh/a 21,6%
Solarthermie 20 GWh/a 7,2%
Landwirtschaft 12 GWh/a 4,3%
Gesamtpotential ca. 200 GWh/a 71,9%
Gesamtverbrauch 2009 278 GWh/a 100,0%

 

Regenerative Potentiale für Stromverbrauch:

Biomasse 120 GWh/a 62,2%
Photovoltaik 50 GWh/a 25,9%
Landwirtschaft 4 GWh/a 2,1%
Windenergie ?
Gesamtpotential ca. 174 GWh/a 90,2%
Gesamtverbrauch ca. 193 GWh/a 100,0%

 

Die so ermittelten regenerativen Potentiale flossen dann in das Integrierten Klimaschutzkonzept ein, welche konkrete Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung formulierte und vom Stadtrat in der Stadtratssitzung vom 08.07.2010 als Handlungsgrundlage der Stadt Garching beschlossen wurde.

Welche Klimaschutzziele wurden bereits konkret umgesetzt?

Die Teilnehmer stellten fest, dass die Nutzung der Geothermie und Aufbau eines Fernwärmenetz erfolgreich umgesetzt wurden. Die Nutzung der Biomasse wird von der Stadtverwaltung nicht weiter verfolgt, so dass nun fraglich ist, wie das Ziel der regenerativen Energiestadt Garching bis zum Jahre 2021 erreicht werden kann. Die Teilnehmer warfen auch die Frage auf, inwieweit die Nutzung der Biomasse in der Bevölkerung eine Akzeptanz findet.

Der Solarpark Garching I trägt mit 0,594 GWh/a lediglich zu 0,3 % zum Strombedarf der Stadt Garching bei. Herr Dr. Ochs, welcher selbst am Solarpark Garching I beteiligt ist, weist darauf hin, dass 17 Jahren Amortisationszeitraum ein sehr lang Zeit ist. Darüber hinaus gibt es weitere private Initativen die mit kürzeren Amortisationszeitraum planen.

Weitere konkret Projekte (z.B. Solarpark II) sind nicht bekannt, so dass die gesteckten Klimaschutzziele derzeit gefährdet sind.

Die Aufzeichnung der Live-Veranstaltung finden Sie hier.