Linux für Garching wird derzeit nicht eingeführt

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am 12.03.2013 meinen Antrag auf Umstellung der PC-Arbeitsplätze auf Linux als Betriebssystem und Libreoffice als Office-Anwendung abgelehnt.

TuxIn einer ausführlichen Beschlussvorlage führt die Verwaltung aus, dass sie einer Abkehr von proprietären Softwareanbietern und damit dem Wechsel auf quelloffene Software prinzipiell aufgeschlossen gegenüber steht. Sieht aber Probleme, wenn sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung an neuen Werkzeuge (also ein neues Betriebssystem und Office-Anwendung) gewöhnen müssen. Zudem seien in den verwaltungsspezifischen Fachverfahren in absehbarer Zeit keine ausreichenden Alternativen zu der Microsoft Plattform zu erwarten. Ändern könnte dies aber betriebssystemunabhängigen Webanwendungen, welche auch für die erforderlichen Fachverfahren entwickelt werden. Die Stadt Garching b. München setzt, wenn möglich bei Softwareentscheidungen auf diese betriebssystemunabhängigen Lösungen, wodurch in Zukunft eventuell ein Umstieg auf Linux möglich wird. Ein Wechsel auf Linux / LibreOffice ist derzeit aus Sicht der Verwaltung aus diesen Gründen nicht zu empfehlen und hat auch bereits in der Vergangenheit bei anderen öffentlichen Einrichtungen zu einer Kehrtwende zurück zu Microsoft Produkten geführt.

In der Beschlussvorlage wird auch ausgeführt, dass die Linux-Migration der Stadt München laut einer im Januar 2013 veröffentlichte Studie von HP (Auftraggeber Microsoft) mit 61 Mio. € deutlich teurer gewesen sein soll, als die 23 Millionen Euro, die die Stadtverwaltung im November letzten Jahres vorgerechnet hatte. hierzu ist anzumerken, dass hier ein regelrechter Streit um die Richtigkeit der Zahlen entstandenes, welche unter Golem hier nachgelesen werden kann.

Positiv habe ich in der Sitzung aufgenommen, dass eine Vielzahl von Stadträten ebenfalls Open-Source offen gegenüber stehen. Gerade aus dem Gedanken der Open Source haben die öffentlichen Verwaltungen auch im Hinblick auf die notwendigen Fachverfahren mittel- und langfristig nur Vorteile, da diese Software auf einer breiten Basis entwickelt wird und allen Anwendern und Nutzern lizenzfrei zur Verfügung stehen. Man muss nur den ersten Schritt wagen und die Umstellung in München mit dem Projekt Limux zeigt, dass dies möglich ist (vgl. hierzu auch den Artikel in Wikipedia).