Laut Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist im Vergleich zu 1990 die Emissionen im Verkehr bis 2030 um 40 Prozent zu verringern. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn der individuelle PKW-Verkehr mit Verbrennungsmotoren drastisch reduziert wird.

Die Verkehrsprobleme im Münchner Norden sind offensichtlich. Verstopfte Straßen, überfüllte Busse und Bahnen. Derzeit fahren täglich 20.000 Fahrzeuge auf der B 471 zwischen Aschheim und Garching. Hinzu kommen noch die Einpendler aus nördlicher Richtung und immer mehr auch aus der Landeshauptstadt München. Das wundert nicht, da sich die Arbeitsplätze in Garching in den letzten 10 Jahren bis 2018 um 12.153 versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sich nahezu verdoppelt haben. Den Campus der Technischen Universität im Garchinger Norden besuchen derzeit ca. 20.000 Studenten, so dass sich mit den Einwohnern von Garching ca. 60.000 Menschen in Garching täglich bewegen.

Die Autobahn A 99 trägt außerdem zu einer erhöhten Verkehrsbelastung teil. Zurzeit benutzen täglich 140.000 Fahrzeuge die Autobahn. Bei einem Unfall oder sonstigen Staus wählen die Autofahrer gerne die Ausweichroute durch Garching. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der prosperierende Landkreis bis 2030 laut Studien nochmals um ca. 40.000 Menschen auf dann 370.000 Einwohner anwachsen wird.

Diese enormen Belastungen können nur mit einer Mobilitätswende bewältigt werden. Die Bürger für Garching schlagen daher folgende Maßnahmen vor:

Innerörtliche Maßnahmen

Die Stadt Garching muss alle Anstrengungen unternehmen, um den Pkw-Verkehr innerhalb des Stadtgebiets zu reduzieren. Die Staatstraße 2350 ist daher schnellst mögliche zu einer Ortsstraße zurück zu stufen, um folgende verkehrsberuhigende Maßnahmen an unserer Hautpstraße einleiten zu können.

Die Bürger für Garching fordern eine „Shared Space“ Zone (Weitere Infos: z.B. bei Wikipedia, Netzwerk Sharedspace) in der Ortsmitte um die Gaststätte Neuwirt und der neu zu gestaltenden Schleißheimer Straße zwischen Neuwirt und Maier-Leibnitz-Straße, da die derzeitige Situation des gemeinsam genutzten Fuß- und Radweges sowie der Engstelle bei der Gasstätte Neuwirt absolut unbefriedigend ist und dringend verbessert werden muss. Unserer Überzeugung nach führt die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer zu mehr Verkehrssicherheit, da alle Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssen. Erwiesen ist zudem, dass die Straßen durch weniger Lärm (durch langsames Fahren) und geringere Schadstoffemissionen (durch flüssiges Fahren) an Lebensqualität gewinnen.

Eine mögliche Rückstufung ist jedoch von einigen Faktoren abhängig, so dass eine kurzfristige Lösung die Einrichtung einer Tempo 30 Zone auf Teilen der Münchener Straße und Freisinger Landstraße und die durchgängige Anbringung von Fahrradschutzstreifen entlang der Hauptstraße wäre. Die Sicherheit der Fahrradfahrer wird zusätzlich durch die Einrichtung von Fahrradstraßen (z. B. Angerlweg und Mühlgasse) erhöht. Die Landeshauptstadt München dient hier als Vorbild.

Wir fordern außerdem, dass Überquerungshilfen durch Zebrastreifen ersetzt werden, um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen (z. B. Lidl/Rewe, Wasserturm, Kreisel am Mühlfeldweg).

Verbesserung für Radfahrer

Darüber hinaus fordern wir eine Überprüfung und Verbesserung des Radwegekonzepts der Stadt Garching um eine bessere Vernetzung der bestehenden Radwege zu erzielen.

Wichtig ist uns ein wintertauglicher Ausbau der häufig genutzten Garchinger Radwege sowie der bereits bestehenden tangentialen Radwegverbindungen in die umliegenden Orte. Darunter ist die Aufbringung einer Asphalt-Tragschicht, ausreichende Beleuchtung und ein Winterdienst zu verstehen, damit die Radwege zu jeder Jahreszeit benutzt werden können.

Der geplante Radschnellweg wird nicht grundsätzlich abgelehnt, jedoch ist die bisher geplante Trassenführung für Garching nicht sinnvoll. Außerdem dürfte sich die Umsetzung der Trasse aus verschiedensten Gründen (Planfeststellungsverfahren, Kosten von ca. 35 Mio) noch Jahre hinziehen. Während die oben bezeichnete Möglichkeit in relativ kurzer Zeit realisierbar sind, sind diese daher schnellstmöglich umzusetzen. Beispielhaft ist hier die Lösung in Dirnismaning zu erwähnen. Eine Verlängerung des Radwegs auf der Westseite wurde von der Landeshauptstadt München im Herbst 2019 beschlossen.

Das von der Stadt Garching in Zusammenarbeit mit Landkreis und MVG Konzept für Mietradstationen soll ausgebaut und verbessert werden. Zudem fordern wird die Förderung des Kaufs von E-Bikes, Fahrrädern und Lastenfahrräder.

Außerörtliche Maßnahmen

Der vierspurige Ausbau der B 471 wird nicht unterstützt, da er das Verkehrsproblem nicht löst. Dies führt nur zu einem noch höheren Verkehrsaufkommen und die Strecke dient als Ausweichroute für die A 99. Die einzige Möglichkeit den weiter zunehmenden Verkehr einzudämmen, ist der Vorrang des ÖPNV und damit der Umstieg der Pendler auf geeignete Massenverkehrsmittel.

Der Kreistag und der MVV beschäftigen sich mit diesem Thema bereits seit Jahrzehnten und haben nunmehr die Einrichtung von Expressbuslinien beschlossen, die die fehlenden tangentialen Verbindungen zwischen den Orten ersetzen sollen. Doch was nützt ein Expressbus, wenn dieser ebenfalls im Stau steht.

Die Bürger für Garching fordern daher eine eigene Busspur entlang der Bundesstraße 471 statt weiterer Fahrspuren für den Individualverkehr. Zusätzlich muss die Kreuzungen B 471, Staatsstraße 2350 so ertüchtigt werden, dass diese für einen zügigen Verkehrsfluss sorgt. Die optimale Lösung wäre natürlich eine Untertunnelung.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Oberstes Ziel muss es sein Garching und die Forschungsinstitute bei der nächsten Evaluierung des MVV Tarifsystems in die M-Zone (Innenraum) aufzunehmen. Diese offensichtliche Ungerechtigkeit muss beseitigt werden.

Die Verlängerung der U-Bahn (U6) zum Flughafen würde ebenfalls zu einer Verkehrsentlastung führen. Die Planung und Umsetzung für eine U-Bahntrasse dauert viele Jahre und ist extrem teuer. Die Strecke von den Forschungsinstituten bis Halbergmoos (S-Bahnanschluss) von ca. 6 km kostet geschätzt 460 Mio Eur. Eine Alternative wäre eine leistungsstarke Seilbahn (3.000 Personen in der Stunde). Verkehrsstudien gehen von einer Planungs- und Bauzeit von 2 Jahren aus, bei einem Kostenaufwand von ca. 80 Mio Eur. Dafür müssten jedoch endlich die gesetzlichen Voraussetzungen durch die Bayerische Staatsregierung in Form eines Seilbahngesetzes geschaffen werden.

Die derzeit unzureichende Verkehrsanbindung zum Flughafen könnte durch eine Schnellbusverbindung erheblich verbessert werden.
So fordern die Bürger für Garching auch eine Verlängerung der Nachtbuslinie von Kieferngarten bis Garching (Forschungsinstitute) um die Lücke in der Zeit von 1:30 – 5:00 Uhr zu schließen. Eine Universitätsstadt sollte im Hinblick auf viele hier lebende junge Bewohner und Studenten die nächtliche Beförderung sicherstellen.


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